Virtuelle Rundgänge erstellen

Bei Google Street View eigene Panoramen veröffentlichen

Welche Anforderungen ein Panorama für Street View erfüllen muss, über welche Wege der Upload heute läuft, wie Bilder verbunden werden und was bei Personen und Gebäuden gilt.

Inhalt dieser Seite
  1. Welche Voraussetzungen ein Panorama erfüllen muss
  2. Weg 1: Einzelne 360-Grad-Fotos über Google Maps
  3. Weg 2: Sequenzen über Street View Studio
  4. Panoramen miteinander verbinden
  5. Richtlinien für Nutzerbeiträge
  6. Datenschutz und Rechte im Bild
  7. Typische Fehler beim Veröffentlichen
  8. Kurzfazit

Eigene Panoramen gelangen heute auf zwei Wegen zu Google Street View: Einzelne 360-Grad-Fotos ordnen Sie in Google Maps einem Ort zu, zusammenhängende Strecken aus 360-Grad-Videos laden Sie im Webwerkzeug Street View Studio hoch. In beiden Fällen braucht das Bild ein vollständiges 360-Grad-Format mit Panorama-Metadaten, Personen und Kennzeichen sollten unkenntlich sein. Dieser Beitrag erklärt Voraussetzungen, Ablauf und Regeln. Wie ein Rundgang grundsätzlich entsteht, zeigt der Bereich Virtuelle Rundgänge erstellen.

Hinweis zum Stand: Google hat die Upload-Wege für Street View mehrfach umgebaut. Die eigenständige Street-View-App gibt es nicht mehr. Menünamen und einzelne Funktionen können sich ändern, maßgeblich ist die aktuelle Hilfe von Google Maps.

Welche Voraussetzungen ein Panorama erfüllen muss

Street View zeigt nur Bilder, die als vollständige Kugel erkannt werden. Ein breites Panorama aus dem Panoramamodus des Smartphones reicht nicht.

Anforderung Bedeutung So prüfen Sie es
Vollständiges 360-Grad-Bild 360 Grad horizontal und 180 Grad vertikal, ohne Lücken Bild im Viewer ganz nach oben und unten schwenken
Seitenverhältnis 2:1 equirektangulares Format, etwa 8.000 mal 4.000 Bildpunkte Bildmaße in den Dateieigenschaften
Panorama-Metadaten XMP-Angaben, die das Bild als Kugelpanorama kennzeichnen Bild in einem Viewer öffnen, der Metadaten auswertet
Mindestauflösung Google nennt in der Hilfe eine Untergrenze für die Auflösung aktuelle Angabe in der Hilfe nachlesen
Standortangabe GPS-Daten im Bild oder manuelle Zuordnung Bild auf der Karte prüfen
Saubere Nahtstellen keine starken Stitching-Fehler, kein schiefer Horizont Bild in voller Größe kontrollieren

Kompakte 360-Grad-Kameras schreiben die Metadaten automatisch. Wer mit Systemkamera und Panoramakopf arbeitet, muss darauf achten, dass die Stitching-Software sie beim Export einbettet. Programme wie PTGui und Hugin können das, in der Bildbearbeitung gehen die Angaben beim erneuten Speichern aber manchmal verloren. Mehr zu den Formaten erklärt der Beitrag Equirektangulare Projektion.

Weg 1: Einzelne 360-Grad-Fotos über Google Maps

Für einzelne Panoramen, etwa von einem Aussichtspunkt, einem Platz oder einem Café, ist Google Maps der übliche Weg. Der Ablauf sieht in etwa so aus:

  1. Bild vorbereiten: Panorama gerade ausrichten, Nadir retuschieren, Personen und Kennzeichen unkenntlich machen, Metadaten prüfen.
  2. Ort aufrufen: In Google Maps den Ort oder das Geschäft öffnen, zu dem das Bild gehört.
  3. Foto hinzufügen: Über die Funktion zum Hinzufügen von Fotos das Panorama auswählen. Wird es als 360-Grad-Bild erkannt, erscheint es später mit dem entsprechenden Symbol.
  4. Position kontrollieren: Stimmt der Standort nicht, korrigieren Sie ihn, soweit die Funktion angeboten wird.
  5. Prüfung abwarten: Neue Beiträge werden automatisch und teils manuell geprüft, bevor sie öffentlich erscheinen.

Ein solches Bild ist zunächst einem Ort zugeordnet. Ob und wie es zusätzlich als blauer Punkt auf der Street-View-Ebene erscheint, entscheidet Google. Die allgemeinen Upload-Wege für 360-Grad-Fotos, auch auf anderen Plattformen, beschreibt der Beitrag 360-Grad-Fotos auf Facebook und Google Maps hochladen.

Weg 2: Sequenzen über Street View Studio

Wer eine Strecke abbilden möchte, etwa einen Wanderweg, eine Uferpromenade oder ein Firmengelände, nutzt Street View Studio. Das Webwerkzeug nimmt 360-Grad-Videos oder Bildfolgen entgegen, die mit GPS-Daten aufgenommen wurden, und zerlegt sie in einzelne, miteinander verbundene Panoramen.

  1. Kamera vorbereiten: Eine 360-Grad-Kamera verwenden, die Video mit GPS-Spur aufzeichnet, entweder selbst oder über ein verbundenes Smartphone.
  2. Gleichmäßig aufnehmen: Die Kamera über Kopfhöhe auf einem Stab oder einer Fahrzeughalterung führen, in gleichmäßigem Tempo gehen oder fahren.
  3. Hochladen: Die Dateien in Street View Studio hochladen. Das Werkzeug zeigt die erkannte Strecke auf der Karte.
  4. Prüfen und veröffentlichen: Strecke kontrollieren, fehlerhafte Abschnitte entfernen und die Sequenz zur Veröffentlichung freigeben.

Street View Studio verwischt Gesichter und Kennzeichen nach Angaben von Google automatisch. Kontrollieren Sie das Ergebnis trotzdem, denn die Automatik erkennt nicht jede Person und nicht jedes Schild.

Panoramen miteinander verbinden

Bei Sequenzen aus Street View Studio entstehen die Verbindungen zwischen den Panoramen automatisch aus der GPS-Spur. Wer einzelne Fotos hochlädt, hat darauf kaum Einfluss. Die früher in der Street-View-App mögliche manuelle Verknüpfung einzelner Bilder steht in dieser Form nicht mehr zur Verfügung.

Für einen Rundgang mit selbst gewählten Übergängen, etwa durch die Räume eines Hauses, ist deshalb ein eigener Viewer auf der eigenen Website oft die bessere Wahl. Dort bestimmen Sie Reihenfolge, Blickrichtung und Infopunkte selbst. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Panorama-Viewer für die eigene Website.

Richtlinien für Nutzerbeiträge

Google hat Richtlinien für Inhalte, die Nutzer zu Maps beitragen. Bilder können abgelehnt oder später entfernt werden, wenn sie dagegen verstoßen. Typische Gründe:

  • Unpassender Ort: Das Bild zeigt nicht den Ort, dem es zugeordnet wurde.
  • Werbung: Eingefügte Logos, Telefonnummern, Rabatte oder Texte, die über eine dezente Urheberangabe hinausgehen.
  • Personen und Daten: erkennbare Gesichter, Kennzeichen, Dokumente oder Bildschirme mit persönlichen Daten.
  • Schlechte Qualität: starke Stitching-Fehler, sehr unscharfe oder stark bearbeitete Bilder.
  • Fremde Rechte: Bilder, an denen Sie keine Rechte haben.

Lesen Sie die aktuelle Fassung der Richtlinien vor dem ersten Upload. Sie ist in der Hilfe von Google Maps zu finden.

Lizenz beachten: Mit dem Upload räumen Sie Google weitreichende Nutzungsrechte an Ihren Bildern ein. Wer seine Panoramen auch verkaufen oder exklusiv lizenzieren möchte, sollte die Bedingungen vorher genau lesen.

Datenschutz und Rechte im Bild

Ein Street-View-Panorama ist weltweit abrufbar. Damit gelten die Regeln zum Recht am eigenen Bild und zum Datenschutz in voller Schärfe. In Deutschland regeln das Kunsturhebergesetz und die Datenschutz-Grundverordnung, wann Personen erkennbar gezeigt werden dürfen. Bei 360-Grad-Bildern ist das schwieriger als bei normalen Fotos, weil die Kamera alles erfasst, auch Menschen hinter dem Fotografen.

  • Personen vermeiden: zu ruhigen Zeiten fotografieren oder mehrere Aufnahmen kombinieren, um Passanten zu entfernen.
  • Unkenntlich machen: Gesichter und Kennzeichen vor dem Upload selbst verwischen, statt sich allein auf die Automatik zu verlassen.
  • Private Bereiche respektieren: keine Einblicke in Gärten, Fenster oder Innenhöfe, die von der Straße aus nicht frei sichtbar sind.
  • Hausrecht beachten: In Innenräumen, auf Firmengeländen und in vielen öffentlichen Gebäuden braucht es die Zustimmung des Hausrechtsinhabers.

Genaueres zu Personen und Gebäuden im Bild erklärt der Beitrag Recht am Bild bei 360-Grad-Fotos. Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung.

Typische Fehler beim Veröffentlichen

  • Metadaten verloren: Das Bild erscheint als flaches, breites Foto, weil die Panorama-Angaben beim Bearbeiten gelöscht wurden.
  • Falscher Ort: Das Panorama landet an einem Geschäft in der Nachbarschaft, weil die GPS-Angabe ungenau war.
  • Schiefer Horizont: Im Viewer kippt die Welt beim Umsehen, was unprofessionell wirkt.
  • Zu niedrige Kamera: Aufnahmen aus Hüfthöhe wirken ungewohnt. Augenhöhe oder etwas darüber passt besser zu Street View.
  • Sichtbares Stativ: Ein großer Stativfleck im Nadir stört. Retuschieren Sie ihn oder decken Sie ihn dezent ab.

Kurzfazit

Einzelne Panoramen fügen Sie in Google Maps einem Ort hinzu, Strecken laden Sie als 360-Grad-Video in Street View Studio hoch. Achten Sie auf das 2:1-Format mit Metadaten, eine saubere Retusche und unkenntliche Personen und Kennzeichen. Prüfen Sie vor dem ersten Upload die aktuelle Hilfe und die Richtlinien, denn Google ändert die Abläufe immer wieder.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Gibt es die Street-View-App noch?
Google hat die eigenständige Street-View-App eingestellt. Ihre Aufgaben sind auf Google Maps und das Webwerkzeug Street View Studio verteilt. Wie die Menüs dort im Einzelnen heißen, ändert sich gelegentlich. Maßgeblich ist die aktuelle Hilfe von Google Maps.
Welche Kamera brauche ich für Street View?
Für einzelne Fotos genügt jede Kamera, die ein vollständiges 360-Grad-Bild mit Panorama-Metadaten erzeugt, auch ein mit Panoramakopf aufgenommenes und gestitchtes Bild. Für zusammenhängende Strecken eignen sich 360-Grad-Kameras, die Video mit GPS-Daten aufzeichnen. Google kennzeichnet besonders geeignete Modelle als Street View ready.
Kann ich ein Panorama aus Street View wieder löschen?
Eigene Beiträge lassen sich im Profil von Google Maps unter den eigenen Beiträgen verwalten und dort auch wieder entfernen. Bis die Löschung überall sichtbar ist, kann etwas Zeit vergehen.
Darf ich Innenräume eines Geschäfts veröffentlichen?
Nur mit Zustimmung des Inhabers oder der Person, die das Hausrecht hat. Zeigen Sie außerdem keine erkennbaren Kunden oder Beschäftigten ohne deren Einwilligung. Viele Betriebe beauftragen für ihre Innenansichten deshalb gezielt eine Aufnahme außerhalb der Öffnungszeiten.