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Drohnen-Panoramen: Kugelpanoramen aus der Luft

Wie Kugelpanoramen mit der Drohne entstehen, warum der Himmel meist ergänzt werden muss und welche Regeln beim Fliegen und Veröffentlichen gelten.

Inhalt dieser Seite
  1. Automatischer Panoramamodus
  2. Manuelle Aufnahme für mehr Qualität
  3. Das Problem mit dem Himmel
  4. Regeln für den Drohnenflug
  5. Datenschutz und Urheberrecht
  6. Wofür sich Drohnen-Panoramen eignen

Ein Kugelpanorama vom Boden zeigt einen Ort aus Sicht der Menschen, die dort stehen. Ein Panorama aus der Luft zeigt den Zusammenhang: wie ein Dorf in der Landschaft liegt, wie sich ein Fluss durch das Tal zieht, wie groß ein Gelände wirklich ist. Kameradrohnen haben diese Perspektive für viele Fotografen erst erreichbar gemacht.

Automatischer Panoramamodus

Viele aktuelle Kameradrohnen bieten einen eingebauten Panoramamodus mit mehreren Varianten, etwa Weitwinkel, senkrechtes Panorama, 180 Grad oder Kugel. Im Kugelmodus schwebt die Drohne an einer Stelle, dreht sich in festen Schritten und neigt die Kamera für mehrere Reihen. Anschließend setzt die App die Bilder zusammen.

Vorteile: schnell, einfach, gleichmäßige Überlappung. Grenzen: meist JPEG mit begrenzter Auflösung, wenig Kontrolle über Belichtung, der Himmel wird automatisch ergänzt.

Manuelle Aufnahme für mehr Qualität

Wer mehr aus der Aufnahme herausholen möchte, speichert die Einzelbilder, idealerweise im RAW-Format, und setzt sie selbst zusammen. Viele Drohnen speichern auch im Automatikmodus die Einzelbilder mit, die sich dann in einer Panorama-Software neu verarbeiten lassen.

  1. Position halten Bei ruhigem Wetter auf einer festen Position schweben. Starker Wind lässt die Drohne driften, was zu Parallaxe und Nahtfehlern führt.
  2. Belichtung festlegen Manuelle Belichtung und fester Weißabgleich, damit alle Bilder zusammenpassen. Bei starkem Gegenlicht Belichtungsreihen aufnehmen.
  3. Reihen fotografieren Eine Reihe mit leicht nach oben geneigter Kamera, eine waagerecht, eine bis zwei nach unten geneigt, jeweils mit ausreichend Überlappung.
  4. Nadir aufnehmen Ein Bild senkrecht nach unten schließt den Boden. Anders als am Stativ ist hier nichts im Weg.
  5. Stitchen Einzelbilder in der Software zusammensetzen, Horizont ausrichten.
  6. Himmel ergänzen Den fehlenden Zenit mit einem passenden Himmel aus den vorhandenen Bildteilen auffüllen oder retuschieren.

Das Problem mit dem Himmel

Am Boden ist der Nadir, also die Stelle unter der Kamera, der schwierige Bereich. Bei der Drohne ist es umgekehrt: Den Boden sieht die Kamera frei, den Himmel direkt darüber dagegen nicht, weil Gehäuse und Rotoren im Weg sind und die Kamera nicht weit genug nach oben schwenkt. Die automatische Verarbeitung füllt diesen Bereich meist mit einem einfachen Farbverlauf. Bei einheitlich blauem oder grauem Himmel fällt das kaum auf, bei Wolken dagegen schnell.

Für eine saubere Lösung gibt es zwei Wege: den vorhandenen Himmel in der Bildbearbeitung nach oben erweitern oder einen passenden Himmel aus einer anderen Aufnahme desselben Moments einsetzen. Wichtig ist, dass Licht und Sonnenstand zusammenpassen, sonst wirkt das Ergebnis unnatürlich.

Regeln für den Drohnenflug

Wichtig: Die folgenden Punkte sind ein allgemeiner Überblick für Deutschland und ersetzen keine Prüfung der aktuellen Vorschriften. Maßgeblich sind die Informationen des Luftfahrt-Bundesamts und der Deutschen Flugsicherung.

Seit 2021 gelten in der EU einheitliche Regeln für unbemannte Fluggeräte. Für Hobby- und viele Fotoflüge ist die sogenannte offene Kategorie maßgeblich. Daraus ergeben sich einige Grundpflichten:

  • Registrierung: Betreiber von Drohnen mit Kamera müssen sich in aller Regel registrieren, in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt. Die Registrierungsnummer gehört sichtbar an die Drohne.
  • Kompetenznachweis: Je nach Gewicht und Klasse der Drohne ist ein Online-Kompetenznachweis oder ein weitergehendes Zeugnis erforderlich.
  • Versicherung: In Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung für Drohnen vorgeschrieben.
  • Flughöhe und Sicht: In der offenen Kategorie gilt eine maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund, die Drohne muss in Sichtweite bleiben.
  • Geografische Gebiete: Über Menschenansammlungen, in der Nähe von Flughäfen, über Naturschutzgebieten, Wohngrundstücken und bestimmten Einrichtungen gelten Verbote oder Einschränkungen. Karten der zuständigen Stellen zeigen diese Gebiete.

Datenschutz und Urheberrecht

Aus der Luft sind Gärten, Terrassen und Innenhöfe zu sehen, die vom Boden aus verborgen bleiben. Die Privatsphäre anderer ist deshalb besonders zu beachten. Erkennbare Personen und private Bereiche sollten nicht ohne Einwilligung veröffentlicht werden.

Auch urheberrechtlich gilt die Luftperspektive als Sonderfall. Der Bundesgerichtshof hat im Oktober 2024 entschieden, dass Drohnenaufnahmen nicht unter die Panoramafreiheit fallen, wenn sie Werke aus einer Perspektive zeigen, die der Allgemeinheit von öffentlichen Wegen aus nicht zugänglich ist. Wer Kunstwerke oder geschützte Bauwerke aus der Luft fotografiert und veröffentlicht, sollte die Rechte vorher klären.

Wofür sich Drohnen-Panoramen eignen

  • Landschaft und Orte: Überblick über Täler, Küsten, Dörfer und Städte.
  • Gelände und Grundstücke: Lage, Zufahrt und Umgebung auf einen Blick, sofern die Regeln das Überfliegen erlauben.
  • Veranstaltungsorte und Freizeitanlagen: Ausgangspunkt für einen virtuellen Rundgang, der von oben beginnt und am Boden weitergeht.
  • Dokumentation: Baufortschritt oder Veränderungen in der Landschaft über die Zeit.

Viele virtuelle Rundgänge kombinieren beide Perspektiven: ein Luftpanorama als Einstieg und Bodenpanoramen für die Details. Wie solche Rundgänge aufgebaut werden, lesen Sie unter Virtuelle Rundgänge erstellen. Die Grundlagen der Aufnahme am Boden erklärt die 360-Grad-Fotografie.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Darf ich mit meiner Drohne einfach Panoramen fotografieren?
Nur im Rahmen der geltenden Regeln. In der EU gilt seit 2021 ein einheitliches Drohnenrecht. In Deutschland müssen sich Betreiber von Drohnen mit Kamera in der Regel beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht, und je nach Drohne ist ein Kompetenznachweis nötig. Dazu kommen Flugverbotszonen und Abstandsregeln. Prüfen Sie vor jedem Flug die aktuellen Vorgaben.
Warum sieht der Himmel in Drohnen-Panoramen oft künstlich aus?
Die Kamera einer Drohne kann nicht senkrecht nach oben fotografieren, weil Gehäuse und Rotoren im Weg sind. Der obere Bereich des Kugelpanoramas fehlt deshalb und wird von der Software mit einem Farbverlauf gefüllt oder nachträglich in der Bildbearbeitung ergänzt.
Gilt die Panoramafreiheit auch für Drohnenfotos?
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Oktober 2024 nicht ohne Weiteres. Die Panoramafreiheit erfasst nur die Perspektive, die von öffentlichen Wegen und Plätzen aus für jeden zugänglich ist. Luftaufnahmen urheberrechtlich geschützter Werke wie Kunstinstallationen oder bestimmter Bauwerke können deshalb eine Erlaubnis der Rechteinhaber erfordern.